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Einführung in die Mysterienbühne

Dieses "Theatrum sacrum" geht auf die Erbauungszeit des Marienmünsters (1732-1739) zurück. In vielen Klöstern gab es in der Barockzeit solche Bühnen.
Viele Requisiten sind bei uns noch original aus der Entstehungszeit. Es gibt hölzerne Bildtafeln, bemalte Kulissen aus Leinwand und Holzfiguren, die bekleidet werden.
In der Aufklärungszeit (nach 1770) wurden solche Wandelaltäre staatlich verboten und deshalb gingen auch viele dieser Mysterienbühnen im Laufe der folgenden Jahrzehnte verloren, aber nicht in unserem Marienmünster in Dießen.
Nach einer grundlegenden Sanierung vor etwa 2 Jahren zeigt dieser "Wandelaltar" etwa 14 verschiedene Darstellungen aus dem Kirchenjahr.
Das Altarblatt mit der "Aufnahme Mariens in den Himmel" wird in einen 6 Meter tiefen Schacht versenkt und die Bühne wird frei für das "Theatrum sacrum".
Herr Hans-Jürgen Oppler und Herr Florian Jettenberger kümmern sich um diese Bühne und gestalten die Szenen auch immer wieder neu.
Es gibt meines Wissens keine weitere Kirche in der näheren und weiteren Umgebung, die dieses "Heilige Schauspiel" in solcher Art pflegt.
So wünsche ich Ihnen viel Freude und Andacht bei der Betrachtung der Bilder.
Noch schöner ist es natürlich, wenn Sie die Szenen während des Jahres direkt auf der Bühne betrachten.
Pfarrer Josef Kirchensteiner


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Mariä Verkündigung
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Herbergssuche in Betlehem
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Anbetung der Hirten in Betlehem
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Anbetung der heiligen drei Könige
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Darstellung des Herrn
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Österliche Bußzeit - Fastenzeit
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Todesangst Christi (1)
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Todesangst Christi (2)
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Kreuzigung Christi
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Grablegung Christi
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Auferstehung Christi
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Pfingsten
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Aufnahme Mariens in den Himmel
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Mariä Heimsuchung
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Mariä Empfängnis

Alle Bilder wurden von Florian Jettenberger zur Verfügung gestellt.

Mariä Verkündigung

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25. März
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,26-38)
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.
Danach verließ sie der Engel.

Herbergssuche in Betlehem

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kurz vor Weihnachten
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 2,1-14)
Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

Anbetung der Hirten in Betlehem

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ab 24. Dezember
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 2,15-20)
Und es geschah, als die Engel von den Hirten in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten diese zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen,
um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das,
was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Anbetung der heiligen drei Könige

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ab 6. Januar
Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 2,1-12)
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen,
der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige!
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Darstellung des Herrn

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2. Februar
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 2,22-40)
Als sich für die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten
sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte
auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde er vom Geist
in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu:
Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, - und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Pénuels, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet
und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

Österliche Bußzeit - Fastenzeit

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ab Aschermittwoch
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper (Phil 2,6-11)
Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm
den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder
Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.

Todesangst Christi (1)

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nach dem 5. Fastensonntag
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 22,39-46)
Nach dem Mahl verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm. Als er dort war, sagte er zu ihnen:
Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete:
Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.
Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut,
das auf die Erde tropfte. Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend; denn sie waren vor Kummer erschöpft.
Da sagte er zu ihnen: Wie könnt ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!

Todesangst Christi (2)

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nach dem 5. Fastensonntag
aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 26,42-46)
Wieder ging Jesus weg, zum zweiten Mal, und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke,
geschehe dein Wille. Als er zurückkam, fand er die Jünger wieder schlafend, denn die Augen waren ihnen zugefallen. Und er ließ sie, ging wieder weg
und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten. Danach kehrte er zu den Jüngern zurück und sagte zu ihnen: Schlaft ihr immer noch
und ruht euch aus? Siehe, die Stunde ist gekommen und der Menschensohn wird in die Hände von Sündern ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen!
Siehe, der mich ausliefert, ist da.

Kreuzigung Christi

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Karwoche
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 23,33-49)
Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt; dort kreuzigten sie Jesus und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete:
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los. Das Volk stand dabei und schaute zu; auch die führenden Männer verlachten ihn und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Es war schon um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach -  bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang
im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus.
Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter.
Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen weg.
Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung, auch die Frauen, die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren und die dies mit ansahen.

Grablegung Christi

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Karfreitag-Nachmittag / Karsamstag
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 23,50-56)
Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rats und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er
nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde.
Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein.

Auferstehung Christi

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Ostern bis Christi Himmelfahrt
Aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 20,1-9)
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und
wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil
der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger,
der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.

Pfingsten

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ab Pfingstsonntag
Aus der Apostelgeschichte (Apg 2,1-11)
Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Aufnahme Mariens in den Himmel

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15. August
Aus der Offenbarung des Johannes (Offb 11,19a;12,1-6a.10ab)
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar. Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

Mariä Heimsuchung

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2. Juli - bzw. Adventszeit
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,39-56)
In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Mariä Empfängnis

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8. Dezember
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,28.30)
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Maria, eine Begnadete
Beim Fest "Mariä Empfängnis" geht es nicht um die Empfängnis Jesu, sondern um die Empfängnis Marias.
Der Evangelist Lukas beschreibt Maria als Frau aus dem Volk, die ihre Berufung von Gott her erfährt. Maria wird als "Begnadete" angesprochen und in weiterer Folge steht als Erklärung, Maria habe bei Gott Gnade gefunden. Diese Aussagen haben in der Kirche zum glaubenden Bekenntnis geführt, dass Maria bereits von allem Anfang an - also bereits bei ihrer eigenen Empfängnis - im rechten Verhältnis zu Gott stand und bei Gott einen besonderen Platz hat. Gott entfernt bereits bei ihrer eigenen Empfängnis alles Trennende.

Maria - das Kunstwerk Gottes (Manfred Stücker; Vivat-Adventskalender 2020; Auszeit für die Seele)
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Museum. In einer Ausstellung entdecken Sie ein Kunstwerk von seltener Schönheit. Was machen Sie da? Sie werden sicherlich nicht gleich weiterlaufen. Sie werden sich vielleicht hinsetzen und es anschauen. Sie werden nahe herangehen und alles genau betrachten.
Vielleicht gibt es auch noch andere Besucher, mit denen Sie dann über das gelungene Werk ins Gespräch kommen. Und jetzt stellen Sie sich vor, neben Ihnen steht auf einmal der Künstler, der das Werk geschaffen hat. Sie bemerken ihn zuerst nicht einmal. Ihr ganzes Augenmerk gilt ja dem Ergebnis der Genialität dessen, der imstande war, so etwas zu denken und zu schaffen. Und dann, im nächsten Moment, bemerken Sie doch, wer neben Ihnen steht. Wird er sich nicht freuen darüber, dass Sie sich für sein Werk interessieren? Oder fängt er etwa an, ärgerlich zu werden, weil Sie sich nicht zuerst ihm, sondern seinem Werk zugewandt haben?
Maria, die Mutter des Erlösers, ist das Kunstwerk, das Gott am besten gelungen ist. Sie ist der Mensch, der seine Gnade am vollkommensten empfangen und gelebt hat. Und doch meinen einige, Gott würde sich darüber ärgern, dass manche sich an Maria aufhalten. Sollte sich Gott nicht darum auch freuen, wenn wir ihn loben für Maria, die Mutter seines Sohnes? Ist das nicht auch etwas sehr Menschliches, zu sagen: An Maria können wir erkennen, wie wunderbar Gott selber ist, und wie wunderbar und großartig das ist, was er allen Menschen schenken will! Ein Künstler mag noch so viele Talente und Qualitäten haben: gemessen wird er an dem, was sichtbar wird von alldem. - Genauso möchte auch Gott uns auf eine menschliche Weise entgegenkommen und sichtbar machen, wie an einem wunderbaren Kunstwerk, dass er uns liebt und uns auf unvorstellbare Weise beschenken will. Im Advent lässt die Kirche uns auf Maria schauen. Wenn wir uns im Glauben ihr zuwenden, dann will uns das vorbereiten auf das Kommen des Erlösers, des Sohnes Gottes, der zugleich ihr Kind ist. Wenn wir sie gesehen haben, hilft uns das, Gott besser zu verstehen - und seine Wege, die er geht, um die verlorene Menschheit wieder mit sich zu versöhnen. Sie ist der Mensch mit dem weiten Herzen. Sie sagt Ja zu Gott und seiner Erlösung. Öffnen auch wir uns und sagen Ja zu Gott.